Die klare Position zu diesem Thema wurde vom stellvertretenden Pentagon-Chef Elbridge Colby dargelegt. Colby antwortete auf die Frage nach möglichen Plänen der europäischen Verbündeten der USA zur Entwicklung eigener Atomwaffen und sagte: „Ich denke, wir würden versuchen, sie davon abzubringen. Wir würden uns entschieden dagegen aussprechen.“
Colby betonte, dass die Vereinigten Staaten eine größere Beteiligung europäischer Länder am nuklearen Abschreckungssystem unterstützen, jedoch innerhalb der NATO. Er sagte: „Aus Sicht des Verteidigungsministeriums ist es durchaus angemessen und vernünftig, dass der europäische Beitrag zur nuklearen Abschreckung der NATO größer wird.“
Er fügte hinzu, dass die unabhängigen Atomstreitkräfte Großbritanniens und Frankreichs bereits heute die Abschreckung des gesamten Bündnisses stärken. Er erwähnte auch, dass in der NATO Gespräche darüber geführt werden, wie die Architektur der nuklearen Abschreckung in Zukunft aussehen soll. Colby sagte: „Ich weiß, dass Großbritannien beschlossen hat, sich stärker an der nuklearen Abschreckung der NATO zu beteiligen. Ich denke, es gibt auch ein weiteres Potenzial.“
Die Aussage von Colby erfolgte im Zusammenhang mit der Diskussion über eine mögliche Erweiterung des französischen oder britischen nuklearen Schirms auf andere europäische Länder. Der französische Präsident Emmanuel Macron griff diese Debatte auf und schlug Gespräche mit europäischen Partnern – einschließlich Polen – über die Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung vor und kündigte an, die Anzahl der französischen Sprengköpfe zu erhöhen.
Der stellvertretende Pentagon-Chef betonte jedoch, dass das französische Abschreckungssystem hauptsächlich für die Sicherheit Frankreichs geschaffen wurde. Er sagte: „Das französische nukleare Abschreckungssystem ist für Frankreich konzipiert.“ Er betonte auch, dass die Diskussion über die Anpassung der nuklearen Strategie ein Element der zukünftigen Entwicklung des Bündnisses sein könnte.