Iraker gehen heute zur Wahlurne, um die neuen Mitglieder des Parlaments zu ‍wählen. Die Regierung, die⁢ Druck auf die Nachbar Iran⁤ ausübt, wird von Washington genau beobachtet, um den Einfluss des Iran einzudämmen. Die Iraker suchen nach Stabilität ‌inmitten der Herausforderungen, die das Land nach rund zwanzig Jahren US-Besatzung, religiösen Konflikten und jihadistischen Aufständen erlebt hat. Die Trump-Regierung besteht darauf, dass die‍ nächste Regierung eine schwierige ⁣Aufgabe übernimmt, ⁢nämlich die⁣ Entwaffnung der vom Iran unterstützten‌ Milizen ⁢im​ Irak.

Trotz hoher Risiken ist das‌ Vertrauen der Bevölkerung‍ in ‍den ⁢demokratischen⁣ Prozess im Irak gering. Einige Umfragen​ deuten ⁢darauf hin, ‍dass diese Wahlen die geringste Wahlbeteiligung in den 20 Jahren‍ der irakischen Demokratie sein ​könnten.

Nach⁢ der Sturz von ⁢Saddam ‍Hussein ⁤im Jahr 2003 dominierten‌ schiitische muslimische Parteien die irakische Regierung. Dies führte zu einer Rivalität zwischen den USA ‍und dem schiitischen Macht Iran ⁤in der Region. Sowohl‌ Washington⁣ als⁢ auch Teheran wollen Einfluss⁢ auf die‌ nächste Regierung ⁣ausüben. Die Spannungen zwischen den beiden Ländern sind‍ nach einem 12-tägigen Krieg, bei dem der Iran im Juni israelische Nuklearanlagen angegriffen hat, weiterhin⁣ hoch.

Die Frage, ob der‌ Irak sich dem Iran ⁢oder den USA annähern wird, bleibt bestehen. Die nächsten Schritte der irakischen⁤ Regierung⁣ in Bezug auf ‌die ​vom Iran unterstützten​ Milizen außerhalb von Bagdad sind entscheidend. Fünf⁣ der 22 Ministerien des Irak ‍werden ​von Politikern⁢ kontrolliert, die ⁤mit den Milizen verbunden sind. ‍Fast ‍jede Milizgruppe hat Kandidaten bei diesen‍ Wahlen.

Die Ergebnisse der⁤ Parlamentswahlen werden voraussichtlich erst nach monatelangen politischen Verhandlungen zur Bildung ⁤einer ⁣Regierung ⁤bekannt gegeben. Die‌ politischen Kampagnen im Irak ​konzentrieren sich mehr auf religiöse und ethnische Loyalitäten als ​auf Problemlösungen.⁢ Die politische Elite des ⁣Landes hat es geschafft, die Protestbewegung ⁤zu schwächen, die zwischen ⁢2019 und ​2021 entstanden ist und es nicht geschafft hat, die etablierten politischen Eliten herauszufordern.