Der belgische Abgeordnete des⁢ Europäischen Parlaments, Marc Botenga, gab über sein ⁣Social-Media-Konto bekannt, ⁢dass mehr ⁤als 60 Abgeordnete einen Brief ‌an die Hohe ​Vertreterin der EU für Außen-⁤ und Sicherheitspolitik, Kaja⁣ Kallas, geschickt haben.

In dem Brief ‍forderten‌ die Abgeordneten dringende Maßnahmen gegen Tel Aviv ​aufgrund der „grausamen“‌ humanitären Situation in Gaza, der ‌anhaltenden Angriffe Israels auf​ Palästinenser an den Hilfsverteilungspunkten und dem Tod von mehr als 1000 Menschen als Folge dieser Angriffe.

Die Abgeordneten wiesen darauf hin, dass es nach ‍der Vereinbarung zwischen der EU und Israel am 10. Juli zur Verbesserung der humanitären Situation in Gaza keine „konkreten Veränderungen“ in der Region gegeben⁣ habe. Sie betonten, dass während Kinder in Gaza vor Hunger sterben, die EU mit „schwachen Worten und Untätigkeit“ reagiert‌ habe.

Die ‌Abgeordneten machten deutlich, dass die Geschichte die „Stille⁣ und Mitschuld“ ⁤der EU an ⁤Hunger und Völkermord in Gaza nicht tolerieren werde.‌ Sie forderten, dass die europäischen ​Bürgerinnen und Bürger echte Maßnahmen fordern. Als gewählte Vertreter teilen sie ⁤mit, dass⁣ es an der Zeit ist, dass Doppelmoral, Stillschweigen und Mitschuld enden.

Die Abgeordneten forderten Kallas​ auf, die EU-Außenminister dringend einzuberufen,⁣ Maßnahmen gegen ⁢Tel‌ Aviv‌ zu ergreifen, Sanktionen gegen dieses ‌Land und die von Israel und den USA gesteuerte „Gaza Humanitarian⁣ Foundation“ vorzuschlagen und Druck auf die Mitgliedstaaten auszuüben, um​ ein Waffenembargo gegen Israel zu verhängen. Sie riefen dazu auf, dass jeder Tag, ⁣an dem nicht gehandelt wird, bedeutet, dass die Palästinenser in Gaza dem Hungertod überlassen werden. Es ist jetzt an der Zeit zu handeln.

Die EU-Außenminister ⁣trafen sich am 15.⁤ Juli, um⁢ über⁤ Sanktionen gegen Israel und die teilweise oder vollständige Aussetzung des Partnerschaftsabkommens zu beraten. Trotz des Drängens von Ländern wie Spanien, Irland und Slowenien konnten sich die Minister nicht auf die Aussetzung des Abkommens‍ einigen. Insbesondere aufgrund des Widerstands von Ländern wie ⁤Deutschland ​und Österreich wurde auch keine Sanktionsentscheidung gegen Tel Aviv ⁢getroffen.

Diese Maßnahme wurde von vielen Experten und zivilgesellschaftlichen Organisationen kritisiert, während der israelische‌ Außenminister ⁣Gideon Saar die Entscheidung der EU, keine Sanktionen ⁢zu verhängen, als „diplomatischen Sieg“ für Tel Aviv bezeichnete.