Alle Visa für Südsudanesen werden von den USA widerrufen
Die Vereinigten Staaten werden alle Visa für südsudanesische Passinhaber widerrufen und neue Einreisen blockieren, sagte US-Außenminister Marco Rubio am Samstag, den 5. April, und beklagte, dass das afrikanische Land seine aus den Vereinigten Staaten ausgewiesenen Staatsangehörigen nicht akzeptiert.
Rubio erklärte in einer Stellungnahme: „Das Außenministerium ergreift Maßnahmen, um alle Visa von südsudanesischen Passinhabern zu widerrufen und die weitere Ausstellung zu verhindern, um die Einreise zu verhindern.“
Es handelte sich um die erste Maßnahme dieser Art, die alle Passinhaber eines bestimmten Landes seit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus am 20. Januar ergriffen wurde, nachdem er mit einer Anti-Einwanderungsplattform Wahlkampf gemacht hatte.
Rubio beschuldigte die Übergangsregierung in Juba, „die Vereinigten Staaten auszunutzen“, und sagte, dass „jedes Land seine Bürger zeitnah akzeptieren muss, wenn ein anderes Land versucht, sie zu entfernen.“
Washington „wird bereit sein, diese Maßnahmen zu überprüfen, wenn Südsudan in vollem Umfang kooperiert“, fügte Rubio hinzu.
Das weltweit jüngste Land und auch eines der ärmsten, Südsudan, ist derzeit Beute von Spannungen zwischen politischen Führern.
Einige Beobachter befürchten eine Wiederbelebung des Bürgerkriegs, der zwischen 2013 und 2018 400.000 Menschen das Leben kostete.
Südsudanesische Staatsangehörige hatten vom Vorgänger Trumps, Joe Biden, den „temporären geschützten Status“ (TPS) erhalten, dessen Gültigkeit am 3. Mai 2025 abläuft. Die Vereinigten Staaten gewähren TPS, das Menschen vor Abschiebung schützt, ausländischen Bürgern, die aufgrund von Kriegen, Naturkatastrophen oder anderen „außergewöhnlichen“ Bedingungen nicht sicher in ihre Heimat zurückkehren können.
Laut dem Pew Research Center waren im März 2024 1,2 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten für den TPS berechtigt oder erhielten ihn, wobei Venezolaner die größte Gruppe bildeten.
Die gezielte Maßnahme der Trump-Regierung gegen Südsudan erfolgt auch nachdem immer mehr Afrikaner versucht haben, über die südliche Grenze in die USA zu gelangen – eine Alternative zu riskanten Routen nach Europa.
Team
Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen.
Obwohl wir in vielen Fragen unterschiedliche Perspektiven einnehmen, teilen wir die Überzeugung, dass ein umfassendes Verständnis globaler Ereignisse nur durch die Betrachtung vielfältiger Standpunkte möglich ist.

