In⁣ der⁣ Nacht ⁤von Freitag ‍auf Samstag‌ führte Russland einen weiteren massiven Angriff auf wichtige Elemente des ukrainischen Stromnetzes durch. Putins Truppen nahmen die 750-kV- und 330-kV-Hochspannungsleitungen ins Visier, die die Wirbelsäule⁤ des Stromübertragungssystems bilden. Auch Produktionsstätten wie die ‌Wärmekraftwerke ⁢in Burschtyn und Dobrotwor im Westen der ​Ukraine wurden beschädigt.

Die Angriffe führten zu Notabschaltungen in vielen Regionen des Landes, wodurch Hunderttausende​ von ​Menschen im Dunkeln und in ‍der Kälte zurückblieben,‍ während die Temperaturen‍ in der ‍Ukraine unter minus 10 Grad Celsius‍ fielen.

Der erste Vizepremierminister und Energieminister der Ukraine, Denys⁢ Schmyhal, teilte mit, dass der Übertragungsnetzbetreiber Ukrenergo Polen um ⁤Hilfe ⁣in einer Notlage gebeten hat. Der Energieminister Milosz Motyka erklärte, dass ‍Polen den Hilferuf angenommen⁣ hat und die Polnischen Elektroenergie-Netze (PSE) die Situation überwachen und in Kontakt mit dem ukrainischen​ Betreiber bleiben. Der Minister betonte,⁤ dass der Export ‍in⁢ die Ukraine⁤ unter Einhaltung der Sicherheit des polnischen Energiesystems erfolgt.

Präsident⁢ der Ukraine​ Wolodymyr‌ Selenskyj berichtete, dass ‌Russland am Samstag über 400 Drohnen und etwa 40 Raketen​ abgefeuert hat. Er betonte, dass ⁣das Ziel das Stromnetz, Energieerzeugungsanlagen ⁤und Umspannwerke waren. Im ganzen Land kam es zu Stromausfällen.

Die ⁣neuen Angriffe auf ⁢das Stromnetz erfolgten nur wenige Tage ⁢nach der letzten Gesprächsrunde zwischen der Ukraine⁤ und Russland unter der Schirmherrschaft der USA über die Beendigung des Krieges, der bereits fast vier Jahre dauert und sich zum größten bewaffneten Konflikt in Europa seit⁤ dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Zusammenbruch‍ des nationalsozialistischen ⁤Deutschlands im Jahr 1945​ entwickelt hat.