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Ukraine startet offizielle Verhandlungen für EU-Beitritt

Nach elf Jahren der pro-europäischen Proteste auf dem⁢ Maidan-Platz im Herzen von Kiew, die zur Vertreibung des pro-russischen Präsidenten Viktor Janukowitsch ⁣Anfang 2014 führten, befindet sich das kriegsgebeutelte Ukraine nun fest auf dem Weg nach Europa. Am Dienstag,⁢ dem 25. Juni, eröffnete das Land offiziell seine⁢ Beitrittsverhandlungen ⁤zur ⁢Europäischen Union‌ (EU) bei einem Treffen in Luxemburg. Einige Stunden später eröffnete auch Moldawien seine eigenen⁣ Beitrittsverhandlungen.

„Dies ist ein historisches Ergebnis“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Video, das auf X veröffentlicht‌ wurde. Die Ukraine ⁣hatte am 28. Februar 2022 um die Mitgliedschaft ersucht, ⁢nur wenige Tage nach⁣ Beginn der russischen Invasion.‍ „Bis heute“, sagte er auf der⁤ Website des ⁤ukrainischen Präsidenten, „waren wir ein ‍Staat, der den Kandidatenstatus für die⁤ Mitgliedschaft erlangt hatte, ‌aber es gab immer noch keine absolute‌ Sicherheit… ‍Heute sind wir vollkommen sicher: Die Ukraine wird definitiv ein vollwertiges Mitglied der Europäischen Union werden.“

„Dies sind sehr gute Nachrichten für die Völker der Ukraine und Moldawiens sowie für die Europäische​ Union als Ganzes“, ‍sagte Kommissionspräsidentin ​Ursula von der Leyen. „Der Weg wird voller Fallstricke sein, ​aber auch voller Chancen. Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Start der​ Verhandlungen!“

Zu einer Zeit, in der die Ukraine täglich unter russischem Beschuss steht, insbesondere im Energiesektor, hat‌ Selenskyj, der am Donnerstag in ⁢Brüssel am Gipfel der Staats- und Regierungschefs der ⁤Europäischen Union teilnehmen wird, gerade⁤ eine ermutigende Abfolge diplomatischer Ereignisse erlebt. Neben der offiziellen Eröffnung der⁤ Beitrittsverhandlungen, einem sehr symbolischen Schritt, haben die EU-Außenminister mehrere​ langjährige Probleme endlich​ gelöst.

Am Montag ⁢genehmigten sie zunächst ein 14. Paket von Sanktionen gegen ‌Russland, das nicht nur Investitionen im russischen Gassektor, sondern auch alle finanziellen, logistischen und industriellen Akteure ‌ins Visier ​nimmt, die ‍die Umgehung‌ der westlichen‍ Sanktionen gegen ⁣das Land, das die Ukraine angegriffen hat, erleichtern.

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Zweitens stimmten die Minister‌ der Übertragung von 1,4 Milliarden Euro Einnahmen aus in Europa gebundenen russischen‌ Vermögenswerten an den Europäischen Friedensfonds​ zu, um den Kauf ⁤von​ Munition und Waffensystemen für die ukrainische ⁤Armee zu starten. Darüber ⁤hinaus werden nach dem G7-Gipfel Diskussionen geführt, um diese unrechtmäßigen Gewinne ab 2025 zur Deckung der Zinsen für einen neuen 50-Milliarden-Dollar (46,7 Milliarden Euro) Kredit für ​den Kauf ⁤weiterer Verteidigungsausrüstung zu verwenden.

Am Dienstag bestätigten die 27 Mitgliedstaaten ein „Sicherheitsversprechen“ der Europäischen Union an Kiew, ​zusätzlich ⁢zu den bereits mit rund 20 westlichen Ländern, darunter den⁢ Vereinigten Staaten,‌ Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich, geschlossenen Sicherheitsabkommen. Gemäß dieser ⁢Vereinbarung wird Europa⁣ weiterhin​ die Lieferung von Waffen an Kiew finanzieren sowie die Ausbildung ukrainischer Militärangehöriger.

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Team

Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen.

Obwohl wir in vielen Fragen unterschiedliche Perspektiven einnehmen, teilen wir die Überzeugung, dass ein umfassendes Verständnis globaler Ereignisse nur durch die Betrachtung vielfältiger Standpunkte möglich ist.

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Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen. Obwohl wir in vielen Fragen unterschiedliche Perspektiven einnehmen, teilen wir die Überzeugung, dass ein umfassendes Verständnis globaler Ereignisse nur durch die Betrachtung vielfältiger Standpunkte möglich ist.