Über 80 Länder verurteilen Israels Pläne zur Ausweitung der Westbank-Annexion
Die UN-Missionen für 85 Mitgliedsstaaten haben am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung Israels zunehmende Kontrolle über das Westjordanland verurteilt, die Kritiker als de facto Annexion des palästinensischen Gebiets betrachten.
In der Erklärung heißt es: „Wir verurteilen nachdrücklich einseitige israelische Entscheidungen und Maßnahmen, die darauf abzielen, Israels rechtswidrige Präsenz im Westjordanland auszudehnen. Solche Entscheidungen widersprechen den Verpflichtungen Israels nach internationalem Recht und müssen sofort rückgängig gemacht werden.“
Die Sicherheitskabinett Israels hat letzte Woche eine Reihe von Maßnahmen gebilligt, die von weit rechts stehenden Ministern unterstützt werden, um die Kontrolle über Gebiete im Westjordanland zu verschärfen, die von der Palästinensischen Autonomiebehörde gemäß den Osloer Abkommen verwaltet werden, die seit den 1990er Jahren in Kraft sind.
Am Sonntag genehmigte Israels Regierung auch einen Prozess zur Registrierung von Land im Westjordanland als „Staatsbesitz“, was weitere internationale Verurteilungen nach sich zog.
Die Erklärung wurde im Namen von 85 Mitgliedsnationen, darunter Saudi-Arabien, China und Russland, sowie den internationalen Organisationen der Europäischen Union, der Liga der Arabischen Staaten und der Organisation für Islamische Zusammenarbeit, herausgegeben.
UN-Generalsekretär Antonio Guterres forderte Israel am Montag auf, seine Politik der Landregistrierung rückgängig zu machen und bezeichnete sie als „destabilisierend“ und „rechtswidrig“.
Mit Ausnahme des von Israel annektierten Ost-Jerusalem (al-Quds) leben mehr als 500.000 Israelis in Siedlungen und Vorposten im Westjordanland, die nach internationalem Recht illegal sind. Etwa drei Millionen Palästinenser leben in dem Gebiet, das Israel seit 1967 besetzt hält.
Team
Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen.
Obwohl wir in vielen Fragen unterschiedliche Perspektiven einnehmen, teilen wir die Überzeugung, dass ein umfassendes Verständnis globaler Ereignisse nur durch die Betrachtung vielfältiger Standpunkte möglich ist.

