Energiekrise in Kuba: Land im Dunkeln – 07/02/2026 – Welt
In einer kürzlich ausgestrahlten Pressekonferenz sagte Kubas Führer Miguel Díaz-Canel, dass schwierige Zeiten bevorstehen, aber dass sie gemeinsam mit kreativem Widerstand und dem Einsatz aller überwunden werden können. Dieser Aufruf zum Opfer wurde jedoch nicht von der gesamten Bevölkerung gehört, da viele ohne Strom waren, um die Rede des Politikers zu verfolgen. Dies geschah kurz nach der Festnahme von Nicolás Maduro durch die USA Anfang Januar, was Kuba, das stark vom venezolanischen Öl abhängig ist, erschütterte.
Es wird angenommen, dass Kuba weniger als die Hälfte des benötigten Öls produziert und den Rest von Verbündeten bezieht, wobei Venezuela bis Anfang des Jahres der wichtigste Lieferant war, gefolgt von Mexiko und Russland. Die Unterbrechung der Handelsbeziehungen mit Caracas aufgrund der US-Intervention hat zu stundenlangen Stromausfällen und Treibstoffschlangen auf der Insel geführt. Dies verschärft die bereits bestehende allgemeine Knappheit an Medikamenten, wirtschaftliche Instabilität und massive Auswanderung.
Die Energiekrise in Kuba ist Teil einer Vielzahl von Krisen, die das Land seit der Covid-19-Pandemie verstärkt haben. Die Rückkehr der Bedrohungen durch Donald Trump hat die Situation weiter verschärft. Experten sind der Meinung, dass Kuba sich in der schwersten Krise seit 1959 befindet, ohne Aussicht auf Besserung wie während des sogenannten “Período Especial“.
Die jüngsten Maßnahmen der kubanischen Regierung zur Bewältigung der Krise umfassen Einschränkungen beim Verkauf von Treibstoffen, Reduzierung von Bus- und Zugreisen, Schließung von Hotels und verkürzte Schulzeiten. Die Unsicherheit über die zukünftige Energieversorgung hat selbst diejenigen in weniger betroffenen Gebieten in Mitleidenschaft gezogen, wie den Bäcker Yoel Cruz, der Schwierigkeiten hat, seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Trotz der schwierigen Lage betont der kubanisch-amerikanische Experte Arturo Lopez-Levy, dass die Revolution in Kuba eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gezeigt hat und die Regierung in der Vergangenheit in der Lage war, die Bevölkerung trotz großer Opfer zu mobilisieren. Die Zukunft bleibt jedoch ungewiss, da selbst Mexiko, das als potenzieller Ersatzlieferant für Öl gehandelt wurde, unter Druck gerät, keine Treibstoffe mehr nach Kuba zu liefern.
Team
Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen.
Obwohl wir in vielen Fragen unterschiedliche Perspektiven einnehmen, teilen wir die Überzeugung, dass ein umfassendes Verständnis globaler Ereignisse nur durch die Betrachtung vielfältiger Standpunkte möglich ist.

