Die finnischen Grenz- und Seetransportbehörden haben in ​den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 84 Fälle von GPS-Störungen in der Ostsee verzeichnet. Dies ist mehr als das⁤ Dreifache im Vergleich ‌zum Vorjahr, als nur 27 Vorfälle gemeldet wurden. Die ⁣meisten Probleme treten im östlichen Teil‌ des Finnischen Meerbusens in ⁢der Nähe der russischen Grenze auf.

Die finnischen Behörden warnen davor, dass die Zahl der Störungen im Sommer ‌wahrscheinlich noch zunehmen wird. Sie ​appellieren an die Besatzungen von⁣ Schiffen und Booten, ‍besonders vorsichtig zu sein und‍ daran zu ​erinnern, dass es in‍ Zeiten instabiler Satellitensignale entscheidend ist, sich auf ⁣traditionelle‍ Navigationsmethoden zu‍ verlassen, ‍insbesondere auf den Kompass.

Die Finnen erinnern auch die Seeleute an die gesetzlichen Bestimmungen, die klarstellen, dass Navigationsgeräte wie beliebte Plotter, die die Position des Schiffes ⁢auf digitalen Karten anzeigen, ‌nicht zu den grundlegenden Navigationswerkzeugen gehören. Das bedeutet, dass‌ jede Besatzung auf eine Situation vorbereitet sein sollte, in der die Technologie ​versagt.

Laut‌ den finnischen Behörden betrifft der Anstieg der Störungen nicht nur die Meeresgebiete. Ähnliche Probleme werden​ auch immer häufiger im‌ Luftraum⁤ gemeldet. Die finnische Agentur für Verkehr und⁣ Kommunikation warnt davor, dass die diesjährige Anzahl von GPS-Störungen in der Luft deutlich ⁤höher ist ​als in den Vorjahren.

Experten vermuten, dass Russland das potenzielle Problem verursacht. Sie weisen darauf hin, dass in der ⁢Region des ‍Finnischen Meerbusens – ​unter anderem ⁣in ‌der ⁣Nähe​ von St. Petersburg und in der Oblast Kaliningrad – Militärbasen mit elektronischen ‌Kriegsführungssystemen ausgestattet sind. Russland verfügt auch über sein eigenes Satellitensystem Glonass, das wahrscheinlich bei‍ Operationen zur Störung des GPS-Signals verwendet wird.

Laut General⁢ Jarmo Lindberg, einem ehemaligen Kommandeur ‍der finnischen Streitkräfte, ⁣könnte Russland das GPS-Signal absichtlich stören,​ um seine ‌strategischen Einrichtungen in der Region vor möglichen Angriffen aus der Ukraine zu schützen.