Geheime Verhandlungen: Russen und Amerikaner umgehen Europa
Die Bemühungen der Amerikaner, zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln, haben sich in kurzen Abständen abgewechselt und waren bisher erfolglos, den Krieg zu beenden, trotz Zugeständnissen an Moskau. Am Abend des Mittwochs, dem 19. November, gab die Ukraine bekannt, dass sie ein neues Verhandlungsangebot aus Washington erhalten habe, ein Vorschlag, der – ohne Beteiligung von Kiew – von Gesandten ausgearbeitet wurde, die Donald Trump und Wladimir Putin repräsentieren.
Die Initiative, die am Vorabend von der Website Axios enthüllt wurde, wurde angeblich von Steve Witkoff, dem Sondergesandten von US-Präsident Trump, und dem Gesandten des Kremls, Kirill Dmitriev, während eines Besuchs des Leiters des russischen Staatsfonds in den Vereinigten Staaten im Oktober vorbereitet. Witkoff deutete sogar an, dass Dmitriev wahrscheinlich hinter dem Leak steckte, in einer Nachricht, die am Mittwoch auf X veröffentlicht wurde, als Reaktion auf die ersten Berichte über den 28-Punkte-Plan. Der Tweet wurde schnell gelöscht.
Diese neue diplomatische Initiative kam zustande, als der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj durch einen groß angelegten Korruptionsskandal im Energiesektor geschwächt wurde, der dazu führte, dass zwei seiner Minister ihre Posten verloren und einer seiner engen Mitarbeiter abrupt ging, am Vorabend der Durchsuchung und Beschlagnahme von Beweismitteln unter einem von Ermittlern durchgeführten Haftbefehl. Steve Witkoff und der Kreml versuchen, Trump dazu zu bringen, Druck auf die Ukraine auszuüben, um einen für Russland günstigeren Deal zu akzeptieren, und nutzen dabei das schwierige Informationsumfeld für Kiew“, sagte Kirill Rogov, Gründer der Analyseplattform Re: Russia und Mitarbeiter am Institut für Humanwissenschaften in Wien. Dies geschieht zu einer Zeit, in der die russische Armee im Osten des Landes vorrückt, während die Angriffe auf Zivilisten und die Energieinfrastruktur mit dem Beginn des Winters zunehmen.
Team
Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen.
Obwohl wir in vielen Fragen unterschiedliche Perspektiven einnehmen, teilen wir die Überzeugung, dass ein umfassendes Verständnis globaler Ereignisse nur durch die Betrachtung vielfältiger Standpunkte möglich ist.

