Perspektiven Global

Nachrichten aus aller Welt

Do Rzeczy - Polen

Rabini fordern polnische Behörden heraus: Bau in Lublin

Die Diskussion dreht sich um das Gebiet der Górek Czechowskich, ein etwa‌ 100⁤ Hektar ⁤großes ⁤Gebiet von großer natürlicher Bedeutung, auf dem derzeit⁤ Vorbereitungsarbeiten für den​ Bau eines Wohnviertels im Gange sind. ‍Die Investition stößt von Anfang an auf​ viel Kontroverse, ​da das Gebiet unter anderem⁣ von geschützten Arten wie dem Europäischen⁤ Hamster bewohnt​ wird. Ein weiteres Argument gegen die Bebauung sind die ‌auf diesem Gebiet durchgeführten‌ Exhumierungsarbeiten,​ für die ⁣das Institut ⁢für Nationales Gedenken‌ verantwortlich ist.⁤ Es besteht die Möglichkeit, dass sich auf ⁢dem Gelände ein Massengrab jüdischer Opfer des ⁢Holocaust⁣ befindet.

Ein Brief an die ​Behörden wurde von Rabbinern unterzeichnet und⁢ unter anderem an ‍Präsident⁢ Andrzej Duda,‍ Premierminister ⁢Donald​ Tusk und die Behörden von Lublin geschickt. Darin betonen sie, dass die Maßnahmen,‍ die​ auf diesem Gebiet durchgeführt ‍werden, die⁤ Würde der ‍Opfer und die‍ Vorschriften ⁤des‌ jüdischen religiösen Rechts (Halacha) verletzen⁢ können. Die Organisation fordert ein sofortiges Einstellen ⁣der Arbeiten, bis vollständig geklärt ist, wer ⁤dort begraben wurde.

„Wir befürchten, dass diese Maßnahmen ⁢Teil der Vorbereitungen für die Umsetzung des Bauprojekts sind ​- über ⁢den Gräbern der Holocaust-Opfer“, ‍schreiben die Rabbiner Arie Goldberg⁤ und Menachem Margolin, ⁢die den Brief unterzeichnet haben. Sie⁢ fordern auch DNA-Tests an den Verstorbenen in Jerusalem sowie die‍ Anerkennung des gesamten ⁢Geländes als jüdischen Friedhof.

Das IPN hat eine andere Meinung dazu. Der Bericht ⁤zitiert ⁢Informationen des IPN, wonach Anfang Juni die Überreste von 15⁣ Personen entdeckt wurden. Bei ⁤den Leichen wurden unter anderem ‍Medaillen und Rosenkränze ⁤gefunden, was ⁣darauf hindeutet, dass ‍die Opfer ⁢nicht jüdischer Herkunft ​waren.‌ Dennoch⁢ argumentieren die Rabbiner,⁣ dass es möglicherweise andere, bisher unentdeckte Gräber gibt, die⁤ die Überreste jüdischer Opfer nationalsozialistischer Exekutionen enthalten.

lies auch:  Neuer Militärpakt zwischen Russland und Nordkorea ratifiziert

„Die bei⁤ den Opfern gefundenen ⁢einzelnen Gegenstände (insbesondere Zahnbürsten) ⁤deuten ⁣darauf hin,‌ dass die Ermordeten zuvor an einem Ort der Isolation waren, wie einem Gefängnis ⁤oder einer Haftanstalt“, teilte das‌ IPN mit. ‍Es wurde auch bestätigt,‌ dass „der seit einigen Jahren untersuchte‍ Abschnitt der ​Schlucht⁢ als Ort für ​geheime Bestattungen ‍deutscher ⁤Opfer ⁢von Exekutionen aus dem Gefängnis im‍ Lubliner Schloss genutzt wurde“.

Vor einigen ‌Wochen informierte das IPN über eine weitere Ausgrabung. ⁣In Borówno bei Bydgoszcz wurde ein Massengrab ⁤mit den Überresten von ‍23 Personen⁣ entdeckt – Opfer deutscher Verbrechen aus dem​ Oktober 1939. Unter ⁣den ⁣Ermordeten befanden sich ⁣unter anderem Patienten aus der​ psychiatrischen Klinik in Świecie. Die Opfer wurden erschossen, wie die Schusslöcher in den Hinterköpfen belegen.

Team

Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen.

Obwohl wir in vielen Fragen unterschiedliche Perspektiven einnehmen, teilen wir die Überzeugung, dass ein umfassendes Verständnis globaler Ereignisse nur durch die Betrachtung vielfältiger Standpunkte möglich ist.

Team

Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen. Obwohl wir in vielen Fragen unterschiedliche Perspektiven einnehmen, teilen wir die Überzeugung, dass ein umfassendes Verständnis globaler Ereignisse nur durch die Betrachtung vielfältiger Standpunkte möglich ist.