Protestwut treibt Iran an den Rand einer ’sozialen Revolution
Die Erwartungen an Veränderungen an der Spitze der Islamischen Republik Iran wachsen, da landesweite Proteste gegen steigende Lebenshaltungskosten eine ungewöhnlich breite Bevölkerungsschicht vereinen – von pro-regimetreuen Händlern und der konservativen ländlichen Bevölkerung bis hin zur kosmopolitischen städtischen Mittelschicht – zum ersten Mal seit der Revolution von 1979.
Angetrieben vom dramatischen Zusammenbruch des Rials nach dem 12-tägigen Konflikt des Irans mit Israel und den Vereinigten Staaten im Juni ist die Unruhe zu einem Blitzableiter für die öffentliche Wut über Korruption, wirtschaftliches Missmanagement und außenpolitische Misserfolge unter dem 86-jährigen obersten Führer, Ayatollah Ali Khamenei, geworden.
In Ermangelung einer koordinierten Opposition sagen Analysten, dass die Demonstrationen von einem tiefen Gefühl sozialer Ungerechtigkeit angetrieben werden, das sich aus der wachsenden Kluft zwischen den gewöhnlichen Iranern, die ums Überleben kämpfen, und den abgeschotteten Privilegien der herrschenden Elite ergibt.
Farzan Sabet, leitender Forscher am in Genf ansässigen Global Governance Centre, warnte davor, dass „die Bedingungen im Iran heute extrem sind und sich wahrscheinlich in diesem Jahr weiter verschlechtern werden“.
„Vorhersehbare Ereignisse könnten die Bedingungen für weitere ausländische Interventionen, militärische und Eliteaktionen sowie für Eskalationen von Protesten schaffen“, sagte Sabet in einem Social-Media-Beitrag vom 29. Dezember, einen Tag nach dem Ausbruch der Proteste.
Er glaubt, dass die Aussichten auf systemischen Wandel jetzt „seit dem ersten Jahrzehnt der Revolution und des Krieges der Islamischen Republik am höchsten sind – und wachsen“.
Esfandyar Batmanghelidj, Gründer der in London ansässigen Bourse and Bazaar Foundation, argumentierte ähnlich, dass „Fortschritte in Richtung eines grundlegenden politischen Wandels im Iran gemacht werden“.
Team
Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen.
Obwohl wir in vielen Fragen unterschiedliche Perspektiven einnehmen, teilen wir die Überzeugung, dass ein umfassendes Verständnis globaler Ereignisse nur durch die Betrachtung vielfältiger Standpunkte möglich ist.

