Es gibt eine klassische Vorstellung in der Militärtheorie, die dem ⁤großen ⁤Kriegsdenker ​Carl von Clausewitz⁣ zugeschrieben ⁢wird, die als „Nebel des Krieges“ bekannt ist. ‍Es bezieht ⁢sich auf die ⁢häufige Situation auf dem Schlachtfeld, in der Informationen so knapp und von so schlechter Qualität sind, dass selbst die ⁣Anführer der konkurrierenden Kräfte nicht wissen, ob sie gewinnen oder ‌verlieren.

Man könnte die aktuelle Situation ‌in Bezug ⁤auf ‌die Ukraine als „Friedensnebel“ bezeichnen. Niemand versteht, worüber verhandelt wird.

Zuerst wurde über einen 28-Punkte-Plan gesprochen, der angeblich von den USA unter Donald Trump vorgelegt wurde. Der​ Vorschlag schien ‌eher eine Wunschliste ‌von Wladimir Putin ⁤und ein ‌Drehbuch ​für die ​Kapitulation und Demütigung der Ukraine zu sein, die Gebiete abtreten müsste, die sie nie⁤ verloren hat, ihre ⁢Armee drastisch reduzieren und⁤ nicht auf ⁣internationale Truppen zur Sicherheitsgarantie zählen könnte.

Es wird jedoch vermutet, dass dieser⁢ Plan‍ tatsächlich ‍vom Kreml ‍verfasst wurde und in den letzten Stunden gab ⁢es⁤ Berichte, ⁤dass der amerikanische Gesandte Steve Witkoff den Russen geraten haben soll, ihren Plan an Trump ⁢zu verkaufen⁤ (als ob ‌das⁤ notwendig wäre).

Dann tauchte ein europäischer 24-Punkte-Plan auf, der das genaue Gegenteil ⁤des vorherigen war: Er enthält alles, was die Ukrainer wollen.⁣ Dieser Plan‍ ist weniger ein echter diplomatischer Schachzug als vielmehr eine Art europäischer Frust​ darüber, dass Russland und die USA direkt ​über die Zukunft ⁣der Ukraine und der Sicherheit‍ auf dem Kontinent verhandeln, ohne die Europäer zu ⁣berücksichtigen.

Schließlich ⁤scheint ein⁤ 19-Punkte-Plan zwischen den USA und der Ukraine verhandelt zu werden.​ In diesem ⁢Plan akzeptiert Zelenski eine Reduzierung seiner Armee auf 800.000 aktive Soldaten, was mehr ist als​ er‌ derzeit hat, ‌und ⁤sonst ist alles​ unbekannt.

Ein oberflächlicher Blick könnte ​uns dazu bringen zu sagen: Alles gut, zumindest wird über Frieden statt Krieg​ gesprochen, oder? Nun, tatsächlich geht der Krieg weiter und nicht alle sprechen über denselben Frieden.

In gewisser⁣ Weise ist der eigentliche Kampf‍ hier nicht⁣ der auf dem Schlachtfeld, sondern der Kampf‌ darum, wer das ‍Recht hat, seine ‌Präferenzen Frieden zu nennen und die Weltöffentlichkeit davon zu‍ überzeugen, dass der als Frieden bezeichnete Zustand der⁢ wahre Frieden ist.

Putin hat in dieser Hinsicht ‍einen Vorteil. Mit‌ seinen politischen⁣ Verbündeten und ‌seinen Einflussoperationen in sozialen Medien und internationalen ⁤Kommentaren hat er die Idee aufgebaut,⁤ dass er ⁤einen Krieg gewinnt, in dem er ein⁤ Fünftel des​ ukrainischen Territoriums erobert hat ​und ​kaum vorankommt, auf Kosten von Hunderttausenden oder sogar über einer Million seiner Soldaten, die als Kanonenfutter eingesetzt ‍wurden.

Daraus ergibt sich die Idee, dass es für die ⁤Ukraine am besten ist,⁤ jetzt nachzugeben, um nicht später den höchsten Preis für ein ⁢Nachgeben zu zahlen.

Inmitten all dessen⁣ zahlen die⁤ Europäer den Preis ​dafür,⁤ dass​ sie sich für ⁤eine‍ Strategie der Nachsicht gegenüber Trump entschieden haben, anstatt zu erkennen, dass ‌sie⁣ einen Verbündeten in Washington verloren haben.

Wie⁢ in der Vergangenheit wird das Schicksal ‍Europas ohne⁢ die Europäer entschieden. ‍Entweder der ‌Kontinent ⁣schreitet ⁣zu ​einer politischen Union mit⁤ einem Verteidigungsaspekt voran oder er muss diese Demütigung akzeptieren. Und es Frieden nennen.