Peru triumphiert im Kampf um Piscos Erbe gegen Chile
In Peru wurde am 20. Dezember 2024 die Echtheit einer Sammlung von Manuskripten, Briefen, Verkaufsregistern und anderen offiziellen Aufzeichnungen aus der frühen spanischen Kolonialzeit zwischen 1587 und 1613 von der UNESCO zertifiziert. Die Nachricht löste Feierlichkeiten aus, da dies die bisher ältesten bekannten Dokumente sind, die die Produktion und den Handel von Pisco im Andenland bereits im 16. Jahrhundert bestätigen.
Die Manuskripte, die von den nationalen Archiven Perus aufbewahrt und durch einen Restaurierungsprozess vor dem Vergessen gerettet wurden, wurden in das Register des UNESCO-Gedächtnisses der Welt aufgenommen und für ihren testimonialen Wert gelobt, da sie „eine enorme historische, soziale und kulturelle Bedeutung“ haben und „den Beginn des Weinbaus, der Wein- und Branntweinproduktion, die parallel zum spanischen Kolonisierungsprozess stattfanden, kontextualisieren“. Sie erzählen auch die lange Geschichte dieses Geistes, der jetzt ein Aushängeschild der nationalen Gastronomie ist und zusammen mit den Anfängen des Weinbaus in Amerika entstand.
Für Peru stärkt diese Anerkennung, die umso bedeutsamer ist, da sie international ist, seine Position in dem jahrzehntelangen Streit mit dem benachbarten Chile, um die Herkunft und Exklusivität der Bezeichnung des Geistes anerkannt zu bekommen.
Die Ankündigung der UNESCO wurde sofort als „historisch“ gefeiert. „Allmählich wird allen klar werden, dass Pisco eindeutig peruanisch ist“, sagte der ehemalige Landwirtschaftsminister Milton von Hesse in einem Interview mit dem Radiosender Exitosa Anfang Januar. Produktionsminister Sergio Gonzalez Guerrero äußerte ähnliche Gedanken: „Dieser Sieg ist ein Triumph für die peruanische Identität und die Bemühungen unserer Produzenten.“
Der Streit zwischen den beiden Ländern reicht bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück. Chile erklärte Pisco 1931 als geschützte Ursprungsbezeichnung. Zu dieser Zeit trieb das Land die Industrialisierung der Branntweinproduktion voran und musste deren Qualität regulieren. Die Erinnerungen an den Pazifikkrieg (1879–1884), in dem Chile über Peru und Bolivien siegreich hervorging, waren noch frisch, und diese pisco-bezogene Beschwerde trug nur zu den anhaltenden Spannungen zwischen den beiden Nationen bei.
Team
Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen.
Obwohl wir in vielen Fragen unterschiedliche Perspektiven einnehmen, teilen wir die Überzeugung, dass ein umfassendes Verständnis globaler Ereignisse nur durch die Betrachtung vielfältiger Standpunkte möglich ist.

