Palestinensischer Journalist in Westjordanland 110 Tage lang gefoltert
Farah Abu Ayyash, eine palästinensische Journalistin, die für die iranische Nachrichtenagentur Tasnim arbeitet, hat die Folter und Misshandlung enthüllt, die sie während mehr als 110 Tagen in israelischer Haft erlitten hat.
Abu Ayyash, die in Hebron (Al-Khalil) im südlichen Westjordanland ansässig ist, wurde am 6. August 2025 verhaftet, als israelische Soldaten ihr Zuhause in Beit Ummar, nördlich der Stadt, überfielen. Sie wurde in das Moskobiya-Gefängnis in besetztem Jerusalem (al-Quds) überführt, wo sie nach eigenen Angaben von den Gefängniswärtern gefoltert, belästigt und misshandelt wurde.
Über Monate hinweg verzichtete Tasnim darauf, ihren Fall öffentlich zu machen, aus Sorge um ihre rechtlichen Verfahren vor israelischen Gerichten und mögliche Risiken für ihre Familie. Nachdem es Abu Ayyash gelungen war, ihre Aussage aus dem Gefängnis zu schicken, in der sie die erlittene Misshandlung beschrieb, entschied sich das Nachrichtenportal, ihr Martyrium öffentlich zu machen.
Tasnim betonte, dass ihre Arbeit streng journalistisch war, mit dem Fokus auf der Dokumentation der menschlichen Kosten der Besatzung im Westjordanland und der Solidarität mit Gaza nach dem Angriff Israels im Oktober 2023. Das Portal wies israelische Behauptungen zurück, dass sie an Aktivitäten jenseits ihrer beruflichen Pflichten beteiligt war.
Der Fall von Abu Ayyash spiegelt ein breiteres Muster der Unterdrückung gegen palästinensische und ausländische Journalisten in den besetzten Gebieten wider.
Der Ausschuss zum Schutz von Journalisten berichtet, dass seit Oktober 2023 etwa 250 Journalisten und Medienschaffende getötet wurden, darunter mehr als 200 Palästinenser in Gaza. Ausländischen Reportern bleibt der Zugang zum Gazastreifen verwehrt, sodass lokale Journalisten die Hauptlast des Krieges Israels tragen. Der CPJ berichtet auch von Dutzenden von Festnahmen, Verletzungen und Angriffen sowie von Zensur und Bedrohungen gegenüber den Familien der Reporter.
Im Westjordanland hat die Repression zugenommen. Reporter ohne Grenzen und ARTICLE 19 dokumentieren willkürliche Festnahmen, Schießereien und Bewegungseinschränkungen, während die Gewalt der Siedler gegen Journalisten zugenommen hat. Die Vereinten Nationen verzeichneten allein im Oktober 2025 mehr als 260 Angriffe von Siedlern, viele davon gegen Reporter während der Olivenernte.
Team
Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen.
Obwohl wir in vielen Fragen unterschiedliche Perspektiven einnehmen, teilen wir die Überzeugung, dass ein umfassendes Verständnis globaler Ereignisse nur durch die Betrachtung vielfältiger Standpunkte möglich ist.

