Die UN betonte, dass sie „so unverzichtbar wie eh und je“ sei, auch wenn Konflikte intensiver werden, extreme Armut zunimmt und der Respekt vor internationalem Recht und Normen schwindet. Seit 1945 seien „mehr als eine Milliarde Menschen aus der Armut gehoben“ worden, die Lebenserwartung und Lebensstandards gestiegen und ein globales Netzwerk wirtschaftlicher, politischer und kultureller Bindungen entstanden, was laut UN-Botschafterin Lassen den zentralen Stellenwert der UN belegt. „Mit der Veränderung der Welt muss sich auch die UN verändern“, sagte Frau Lassen und verwies auf Spaltungen im Sicherheitsrat. „Zu oft ist der Rat gespalten, unfähig oder unwillig zu handeln… Die Kosten des Nichthandelns werden weltweit spürbar.“ Sie forderte eine Erweiterung des Sicherheitsrats und eine Reform des internationalen Finanzsystems, um “ein System zu schaffen, das für alle funktioniert.“
Frieden, Klima und Reform
In Bezug auf globale Konflikte bezeichnete die dänische Botschafterin die humanitäre Krise im Gazastreifen als „eine Katastrophe von unerträglichem Ausmaß“ und betonte, dass die Zwei-Staaten-Lösung „die einzige Lösung für dauerhaften Frieden“ sei. In Bezug auf die Ukraine sagte sie, der „schreckliche und illegale Krieg der Wahl“ könnte morgen enden, “wenn Russland es nur wollte“. Sie wies auf die weitreichenden Auswirkungen des Konflikts hin – von Unterbrechungen der Lieferketten bis hin zur globalen Inflation - die weit über das Schlachtfeld hinausreichen. Sie hob auch das Leiden in Sudan, Afghanistan, Haiti und Myanmar hervor und forderte die Mitgliedstaaten auf, humanitäre Krisen mit Dringlichkeit anzugehen. Klimawandel, warnte sie, sei eine entscheidende Herausforderung: „In einer Welt voller konkurrierender Krisen bleiben Klimawandel und seine Auswirkungen real.“ Sie wies darauf hin, dass im Jahr 2024 mehr als 90 Prozent der neuen Energie, die dem weltweiten Netz hinzugefügt wurde, aus erneuerbaren Energien stammte, betonte jedoch, dass weitere Maßnahmen erforderlich seien, um Emissionen zu reduzieren und einen gerechten Übergang zu sauberer Energie zu beschleunigen.
Appell zur Einheit
Unter Berufung auf Nelson Mandela – „es scheint immer unmöglich, bis es getan ist“ – forderte Botschafterin Lassen die Nationen auf, die Zusammenarbeit und Solidarität neu zu entfachen. „Indem wir zusammenarbeiten, haben wir es bis hierher geschafft“, sagte sie und griff das Thema des Präsidenten der Generalversammlung „Gemeinsam besser“ auf. „Indem wir zusammenarbeiten, können wir den Herausforderungen von heute gerecht werden – für die Menschen und für den Planeten.“