Die humanitäre Situation im Libanon verschlechtert sich weiter,⁢ da Berichte ⁣der libanesischen Behörden ⁤zufolge bei mehreren Luftangriffen und militärischen Aktivitäten in Städten ‌im ​Süden mindestens 13 Menschen ‌verletzt wurden. Zwischen dem ⁢17. und 28. April wurden allein 48 Menschen getötet und 183 verletzt, was die Gesamtzahl seit Beginn der Eskalation am 2. März auf ⁢über 2.500 Tote und mehr als 7.800 Verletzte bringt, so das Gesundheitsministerium des Landes.

Trotz einer verlängerten Waffenruhe bleibt die Situation laut OCHA „fragil und volatil“, wobei anhaltende Gewalt die⁤ humanitäre⁣ Hilfe und die Wiederherstellungsbemühungen behindert. Hilfsorganisationen ⁤konnten 100 unterstützte Missionen⁣ in schwer zugängliche Gebiete⁣ durchführen,⁤ indem sie ein von den Vereinten Nationen koordiniertes ‌Benachrichtigungssystem nutzten, um etwas Hilfe in belastete Gemeinden zu bringen.

Die Unsicherheit, gepaart mit den ‍wirtschaftlichen Auswirkungen ⁢des Konflikts, hat die Lebensgrundlagen weiter ⁣belastet, während steigende Kosten und Lieferstörungen die Lebensmittelunsicherheit verschärfen. ⁣Schätzungen deuten darauf hin, dass fast ein Viertel der Bevölkerung akuter Hunger⁢ gegenübersteht. Ein neuer Alarm des UN-unterstützten globalen Nahrungsmittelsicherheitstrackers IPC warnte am ⁣Mittwoch davor,‍ dass sich​ die Situation⁣ rapide verschlechtert. Rund 1,2 ⁢Millionen Menschen könnten ⁣bis August hohen Ebenen akuter Nahrungsmittelunsicherheit ‌gegenüberstehen.

Die ‍humanitäre Situation wird durch ‍Vertreibung ‍und fragile öffentliche​ Dienste weiter verschärft. In‍ einer Schule,​ die in ein Notunterkunft in ⁢Jdeideh im ‍Norden ‍von Beirut umgewandelt wurde, leben laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation⁣ (WHO) 377 Menschen – etwa 90‌ Familien – in beengten Verhältnissen, ⁢was den Druck auf die ⁢Grundinfrastruktur verdeutlicht. Die UN-Gesundheitsbehörde ‌hat mit Partnern zusammengearbeitet, um⁤ medizinische Behandlungsmöglichkeiten ⁤zu stärken,⁢ einschließlich der Unterstützung von Krankenhausblutbanken,⁤ um lebensrettende Transfusionen während ⁢Notfällen sicherzustellen.

Diplomatische ⁤Bemühungen zur Stabilisierung des⁤ Landes sind⁣ im Gange. UN-Sonderkoordinatorin Jeanine Hennis-Plasschaert traf sich am Donnerstag ‍mit dem libanesischen ⁣Präsidenten Joseph Aoun, um⁢ die Bemühungen zur Konsolidierung des Waffenstillstands⁤ und zur Förderung der Stabilität ⁤zu erörtern. Sie hat auch in den letzten Tagen Gespräche mit israelischen Beamten ⁢geführt.

In Gaza bleiben ⁣die‌ humanitären Bedingungen⁣ weiterhin prekär, wobei Familien überfüllte Unterkünfte, begrenzten Zugang zu Wasser und wachsende Gesundheitsrisiken gegenüberstehen. UN- und Partner-Teams, die Verdrängungsstätten in der östlichen Stadt Gaza besuchten, fanden rund 600 Familien, die unter „harten Bedingungen“ ⁣leben, in beschädigten Gebäuden und Zelten, mit‍ wenig Zugang zu sauberem‌ Wasser und praktisch keinen sanitären Einrichtungen. Nagetiere und Insekten ​sind weit verbreitet und​ erhöhen das Krankheitsrisiko, während unbehandelter ‍Abfall und Überbelegung bereits schwierige Lebensbedingungen ⁣verschärfen.

Die Krise wird ​durch die Bedrohung durch nicht explodierte Munition weiter​ verschärft, die weiterhin tödliche Risiken ⁢birgt und die Erholung behindert.​ Laut dem UN-Minenaktionsdienst (UNMAS) wurden seit​ Oktober 2023 ⁣in Gaza mehr als 1.200 Menschen ⁤durch explosive Munition getötet oder verletzt. Fast die Hälfte der Opfer sind Kinder. Die weit verbreitete Kontamination verhindert, dass Familien sicher in ​ihre Heimat zurückkehren können, und behindert humanitäre Operationen, da Hilfskonvois bei dem‌ Versuch, betroffene Gemeinden zu erreichen, einer Detonation riskieren. Die Zerstörung hat die ⁢Entwicklung ⁢in ‍Gaza um⁣ Jahrzehnte zurückgeworfen.