Ein internationales Aufsehen entstand in dieser Woche, nachdem israelische Marinekommandos die Global Sumud Flotilla abgefangen hatten – ein 42-Schiffe-Konvoi, der Freiwillige und kleine Sendungen von Lebensmitteln und Medikamenten transportierte – und etwa 400-450 Aktivisten in einem Einsatz festnahm, den Organisatoren und Menschenrechtsgruppen als rechtswidrig bezeichnen.
Bilder von Durchsuchungen und Offizieren, die Aktivisten nach Ashdod brachten, wurden innerhalb weniger Stunden von Demonstrationen von Barcelona und Rom bis Buenos Aires und Sydney begleitet.
Italien reagierte am dramatischsten: Gewerkschaften riefen am 3. Oktober einen eintägigen Generalstreik aus, an dem laut eigenen Angaben über zwei Millionen Menschen in mehr als 100 Städten teilnahmen, Dienste lahmlegten, Häfen blockierten und den Verkehr zum Erliegen brachten, während die Demonstranten ein vollständiges Waffenembargo gegen Israel und die Anerkennung für Palästina forderten.
Der Streik - ein Zeichen für die tiefe öffentliche Wut über Roms Zögern, Tel Aviv zu verurteilen – reichte von friedlichen Familienmärschen in Rom bis zu Zusammenstößen mit der Polizei in Mailand und Bologna.
Der diplomatische Druck stieg neben der Straßenwut. Die Türkei kündigte einen Sonderflug an, der 137 abgeschobene Aktivisten nach Istanbul brachte; Dutzende weitere Staatsangehörige befinden sich in Haft oder werden zur Abschiebung verarbeitet.
Mehrere europäische Regierungen, darunter die Schweiz, haben gegen eingeschränkten konsularischen Zugang protestiert, nachdem Diplomaten berichtet hatten, dass israelische Behörden Besuche bei Gefangenen in Ketziot verkürzt haben.
Aktivisten, die festgenommen wurden, berichten von einem Muster von Misshandlungen: Menschen wurden mit Kabelbindern gefesselt und stundenlang zum Knien gezwungen, Verzögerungen oder Verweigerungen von Wasser, Medikamenten und rechtlichem Beistand, Schlafentzug und erniedrigenden Durchsuchungen.
Organisatoren und einige Gefangene sagen, dass viele aus Protest Hungerstreiks begonnen haben; Menschenrechtsorganisationen warnen davor, dass die Behinderung des rechtlichen und medizinischen Zugangs grundlegende Standards verletzt.
All dies spielt sich vor einem düsteren Hintergrund ab: Fast 67.000 Palästinenser wurden getötet, UN-Agenturen bestätigen eine Hungersnot im Gaza-Streifen, und viele Beobachter bezeichnen Israels Vorgehen mittlerweile als Völkermord. Die Katastrophe gab der Sumud Flotilla den dringenden Auftrag, die Belagerung zu durchbrechen.
Für viele Demonstranten kristallisierte die Beschlagnahme von Schiffen mit Hilfsgütern eine größere Anklage – dass die Blockade einer kollektiven Bestrafung gleichkommt und Regierungen, die nichts unternehmen, mitschuldig sind.
Das Flottillen-Ereignis hat eine weltweite Kampagne für konkrete Maßnahmen - von Waffenembargos bis hin zu gezielten Sanktionen – wieder entfacht und Israel politisch bloßgestellt.