Israel nutzt Wasser als Kriegswaffe in Gaza – Die Mail & Guardian
Gaza steht vor einer schweren Wasserkrise – aber diese Katastrophe begann lange vor dem Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023.
Die Region verlässt sich auf ihr Küstenaquiferenbecken, das 90% ihres Wasserversorgung liefert. Aber diese lebenswichtige Quelle entlang der östlichen Mittelmeerküste ist seit langem durch Abwasser, chemische Infiltration, Übernutzung und Salzwassereindringung kontaminiert. Als Folge sind viele Bewohner auf unregulierte private Wassertankwagen und kleinere Entsalzungsanlagen angewiesen. Die verbleibenden 10% des Wassers in Gaza stammen aus kleinen von Israel betriebenen Entsalzungsanlagen.
Seit dem 7. Oktober ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser aufgrund des anhaltenden Völkermords um 95% gesunken, da Israel die Versorgung kontrolliert und abgeschnitten hat. Die Bewohner von Gaza überleben mit nur neun Litern Wasser pro Tag – weit unter dem von der UN empfohlenen Minimum von 15 Litern.
Die Krise wurde durch die Blockade Israels von Stromlieferungen verschärft, die benötigt werden, um die Wasserpumpen zu aktivieren. Dies hat es unmöglich gemacht, Wasser von Israel nach Gaza zu pumpen. Als Folge davon funktionierten Brunnen, Entsalzungsanlagen und Abwasserbehandlungsanlagen nicht mehr. Bis Mitte November 2023 waren 65 Kläranlagen geschlossen, was dazu führte, dass Kläranlagen geschlossen wurden und diejenigen im Norden Gazas nicht funktionierten. Als Folge davon sind mehr als 70% der Bewohner von Gaza gezwungen, kontaminiertes, salziges Wasser aus Brunnen zu trinken, was ihre Gesundheit ernsthaft gefährdet.
Neben der Zerstörung der Infrastruktur stehen Zivilisten vor enormen Schwierigkeiten beim Zugang zu Wasser. Die unerbittlichen Bombardierungen und die militärische Besatzung haben die Fähigkeit, Wasser zu sammeln, zu bewirtschaften und zu verteilen, erheblich eingeschränkt. Einschränkungen bei Wassertankwagen und die systematische Tötung von Fachpersonal, das Wasseranlagen betreibt, um jegliche Reparatur zu verhindern, haben lebenswichtige Dienste weiter gelähmt.
Gleichzeitig hat die Massenvertreibung eine unerträgliche Belastung für das bereits fragile Wassernetz Gazas geschaffen. Seit dem 7. Oktober wurden 93% der Bevölkerung zwangsweise vertrieben und suchen Schutz im gesamten Gebiet. Der Anstieg der Nachfrage hat die Wassersysteme überlastet, sodass selbst die grundlegendsten Bedürfnisse nicht erfüllt werden können.
Im südlichen Gaza, wo die Überbelegung extrem ist, hat die Krise einen öffentlichen Gesundheitsnotstand ausgelöst. Der Mangel an Sanitärversorgung hat zur Verbreitung von durch Wasser übertragenen Krankheiten wie Polio geführt, da die Bewohner Schwierigkeiten haben, auch nur das minimalste Maß an Hygiene aufrechtzuerhalten.
Die Wasserkrise in Gaza ist nicht nur eine Folge des Krieges – sie ist eine Waffe des Krieges, die systematisch eingesetzt wird, um einer ganzen Bevölkerung das lebenswichtigste Gut zu entziehen.
Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein grundlegendes Menschenrecht, das in Gaza systematisch verweigert wurde. Die internationale Gemeinschaft muss diese berechnete Entbehrung erkennen und dagegen vorgehen, denn die Verweigerung von Wasser ist nicht nur eine Krise – sie ist eine Form der kollektiven Bestrafung, die Generationen von Palästinensern gefährdet und ihre grundlegendsten Rechte verletzt. Ohne dringendes Eingreifen wird diese durchtrennte Lebensader zu weiterem Leiden und Verlust führen.
Sõzarn Barday ist Anwalt in Südafrika und hat ein besonderes Interesse an Menschenrechten im Nahen Osten.
Team
Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen.
Obwohl wir in vielen Fragen unterschiedliche Perspektiven einnehmen, teilen wir die Überzeugung, dass ein umfassendes Verständnis globaler Ereignisse nur durch die Betrachtung vielfältiger Standpunkte möglich ist.

