Israel und Palästina: Wie können sie friedlich zusammenleben?
Als Kind in Paris, wo ich in den 1970er Jahren aufwuchs, und in Israel, wo ich Urlaub machte, hörte ich oft, dass das palästinensische Volk nicht existiere. Nach dieser Erzählung lebten auf dem Gebiet des britischen Völkerbundsmandats Palästina neben einer jüdischen Minderheit Menschen – einige von ihnen eher nomadisch (die Beduinen), andere nicht von den verschiedenen arabischen Bevölkerungen der Region zu unterscheiden – aber nichts, was einem palästinensischen Volk, einer palästinensischen Nation ähnelte.
Eines Tages, im Jahr 1948, wurde dieses Gebiet von den Vereinten Nationen (UN) zwischen Juden und Arabern aufgeteilt. Die lokalen Araber und die Nachbarländer erklärten dann Krieg gegen Israel, dessen Existenz sie ablehnten. Zu ihrem Nachteil verloren sie diesen Krieg, dann weitere, zusammen mit Gebieten. Seitdem lebten die Araber des ehemaligen britischen Mandats Palästina hauptsächlich in anderen arabischen Ländern, einige im Gazastreifen und im Westjordanland, andere in Israel unter Juden.
Aber es konnte kein palästinensisches Problem geben, weil es keine Palästinenser gab. Dies war laut dieser Erzählung eine reine Erfindung, die dazu bestimmt war, den Anspruch auf einen arabischen Staat anstelle von Israel zu rechtfertigen. Darüber hinaus gab es trotz großer Erklärungen eine offensichtliche Gleichgültigkeit der arabischen Staaten gegenüber dem Schicksal der Flüchtlingsbevölkerung aus Palästina, manchmal sogar Feindseligkeit. Als ob diese Menschen alle störten, nirgendwo einen Platz hatten und von niemandem berücksichtigt und respektiert wurden, außer als Symbol für eine jüdische, westliche, neokoloniale Präsenz im Nahen Osten.
Als Teenager hat mich dieser letzte Punkt getroffen. Abgesehen davon, dass es mich an die Geschichte des Volkes erinnert, dem ich entstamme, ist eine Bevölkerung, die nirgendwohin gehen kann und alle stört, zweifellos eine Gruppe? Offensichtlich teilte diese Bevölkerung ein gemeinsames Schicksal, zumindest das Leben in einem fremden Land als Flüchtlinge oder zu Hause unter der Herrschaft einer anderen Macht. Der Mythos einer arabischen Bevölkerung, die lediglich aus willkürlichen Grenzen stammt, zerschellte an der Evidenz einer gemeinsamen Geschichte und Bedingung. Unabhängig vom Datum und den Umständen ihrer Geburt war die palästinensische Bevölkerung eine Realität.
Team
Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen.
Obwohl wir in vielen Fragen unterschiedliche Perspektiven einnehmen, teilen wir die Überzeugung, dass ein umfassendes Verständnis globaler Ereignisse nur durch die Betrachtung vielfältiger Standpunkte möglich ist.

