Chinesische Unternehmen in der EU: Trotz Herausforderungen planen 80% mehr Investitionen
Fast 80 Prozent der chinesischen Unternehmen, die in der Europäischen Union tätig sind, planen trotz der Beschwerden über politische Unsicherheiten, ihre Investitionen dort auszubauen. Dies geht aus einem Bericht hervor, der am Dienstag von der Chinesischen Handelskammer bei der EU (CCCEU) und dem China Economic Information Service veröffentlicht wurde.
Das Ergebnis steht im scharfen Kontrast zu ähnlichen Berichten, die von der Europäischen Handelskammer in China (EUCCC) veröffentlicht wurden – obwohl Unternehmen auf beiden Seiten über Hindernisse wie politische Barrieren und unfaire Wettbewerbsbedingungen klagen. Laut dem neuesten EUCCC-Vertrauensbericht, der im Mai letzten Jahres veröffentlicht wurde, hatten nur 38 Prozent der europäischen Unternehmen, die an einer Umfrage teilgenommen hatten, Pläne, ihre Aktivitäten in China auszuweiten.
Analysten sagten, die Kluft verdeutliche, wie profitabel der europäische Markt für chinesische Unternehmen sei.
„Chinesische Unternehmen mögen sich beschweren, ja, aber sie mögen den europäischen Markt, das ist ziemlich klar“, sagte Alicia Garcia-Herrero, Chefökonomin für die Region Asien-Pazifik bei der französischen Investmentbank Natixis.
Mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sie damit rechneten, dass ihre Einnahmen in der EU weiter wachsen würden, darunter 32 Prozent, die ein Wachstum von mehr als 10 Prozent erwarteten. Dies geht aus dem Bericht hervor, der etwa 100 führende chinesische Unternehmen in aufstrebenden Branchen wie Batterien, Elektrofahrzeuge, künstliche Intelligenz und erneuerbare Energien befragte.
Der Reiz Europas wurde durch die wachsenden Schwierigkeiten verstärkt, die chinesische Unternehmen hatten, zu Hause Geld zu verdienen, da der inländische Markt zu einem brutalen Wettlauf nach unten wurde, sowie durch Beschränkungen beim Zugang zum US-Markt, sagte Garcia-Herrero. Der Bericht besagte, dass sich die politischen Verschiebungen in den USA nur begrenzt auf die breitere Strategie chinesischer Unternehmen in Bezug auf Europa ausgewirkt hätten.
Der europäische Markt war so attraktiv, dass Unternehmen beabsichtigten, in die EU zu investieren, auch wenn sie nicht von EU-Zöllen auf in China hergestellte Produkte bedroht waren, sagte sie.
Team
Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen.
Obwohl wir in vielen Fragen unterschiedliche Perspektiven einnehmen, teilen wir die Überzeugung, dass ein umfassendes Verständnis globaler Ereignisse nur durch die Betrachtung vielfältiger Standpunkte möglich ist.

