Roman Melnyk arbeitet seit 35 Jahren‍ im Bestattungswesen in der Ukraine. Als⁤ Bestattungszeremonie-Organisator bei Osiris, ⁤einem der führenden Unternehmen​ in Kiew, hat er seit Beginn des ​Krieges im Februar⁢ 2022 einen dramatischen Wandel in ⁣den Praktiken beobachtet.

Finanziell geben die Menschen weniger ​für Beerdigungen aus, weil sie weniger Geld haben. ⁢Sie bestellen günstigere Kreuze und Särge ‌und manchmal‌ verzichten sie sogar auf Essen für ⁢die ⁣Zeremonie.

Es gibt⁣ auch weniger Kunden als ‌zuvor, da viele Ukrainer‌ das‍ Land verlassen haben. ​Unsere Einnahmen und mein⁣ Gehalt ⁣sind ⁣gesunken, während der Wettbewerb zwischen Bestattungsunternehmen zugenommen ⁢hat. Unternehmen versuchen, Menschen mit niedrigen ​Preisen anzulocken, was sich auf die Qualität der Dienstleistungen auswirkt.

Eine ⁢neue Kundengruppe ist mit den Vertriebenen entstanden. Wir haben viele Kunden in dieser⁤ Situation.‌ Sie haben viel ⁣durchgemacht,⁣ sind gestresst und deprimiert.⁤ Sie‌ können ihre Angehörigen nicht in den besetzten‌ Gebieten begraben, sondern müssen ‍sie hier, in der Region ‍Kiew, beerdigen.

Die Menschen möchten, dass die Zeremonien so ⁣kurz wie möglich sind, aus Angst vor Luftangriffen. Früher wurde der Sarg zur Kirche gebracht, um ⁤Tribut zu zollen. Jetzt wird ⁤er direkt zum Friedhof gebracht.