In Berlin herrscht ein regelrechter Cappuccino-Krieg. An bestimmten‍ Tageszeiten erstreckt sich die Schlange mehrere Meter entlang der belebten Kantstraße im​ westlichen Berlin. Diejenigen, die warten, mit gesenktem Kopf ĂŒber ihren Smartphones, sind dort fĂŒr ‌einen Mitnahme-Cappuccino oder einen Matcha ‌Latte, ein grĂŒnes GetrĂ€nk, dessen explosive Beliebtheit bei Menschen unter 20 Jahren einen Hype in den‌ sozialen Medien auslöst. Die Szene könnte sich in jeder europĂ€ischen Metropole abspielen – nur hier sind die Preise fast 50% niedriger als anderswo.

Mit seinem 2,50 € ‍teuren Cappuccino als AushĂ€ngeschild ist die in Berlin ansĂ€ssige ‍CafĂ©-Kette LAP, kurz fĂŒr „Living Among People“, ⁣an ihrem tĂŒrkisblauen Schriftzug und den⁹ weiß gefliesten Interieurs erkennbar und hat es sich zum⁀ Ziel gesetzt, ‍die Preise in Deutschland, dem grĂ¶ĂŸten Kaffeemarkt‍ Europas, zu senken. ⁀Doch was in einer Stadt, in der das rasante Tempo der Gentrifizierung regelmĂ€ĂŸig kritisiert wird – oft⁹ verkörpert durch die sich vermehrenden⁣ amerikanischen‍ Kaffeeketten, ​lokal oder anderswo – ‍als GlĂŒcksfall angesehen werden könnte, ruft tatsĂ€chlich ⁀genauso viel⁀ Hass wie ‍Begeisterung ‍hervor. „Im⁹ LAP im Schöneberger Viertel [in Berlin], wo ich Teilzeit arbeite,​ wurden rechtsradikale AfD-Aufkleber an das Schaufenster geklebt“, ‌sagte⁹ ein Mitarbeiter des CafĂ©s in der​ Kantstraße.

Es ⁹handelt sich hierbei ‌um Veröffentlichungen von der Tageszeitung Le Monde aus Frankreich. Wir haben diese lediglich​ ĂŒbersetzt und umgeschrieben.‌ Dies soll eine Möglichkeit der freien Willensbildung darstellen. Mehr ĂŒber uns erfahrt ⁹Ihr auf „Über Uns“