In einer Online-Warnung sagte die UN-Agentur, dass Krankheit und Hunger nur zunehmen werden, es sei denn, alle israelischen Hindernisse für die Lieferung von Hilfe im großen‍ Maßstab werden beseitigt und der Zugang über den gesamten Streifen ermöglicht wird. Das UN-Hilfskoordinationsbüro,⁢ OCHA, bestätigte am Mittwoch, dass täglich etwas Hilfe in das Enklave gelangt, wenn auch bei weitem nicht genug, um den enormen Bedarf zu decken. Olga Cherevko​ von ‍OCHA kehrte‍ diese Woche zu einer von den UN unterstützten Gemeinschaftsküche⁣ in Gaza-Stadt zurück, die sie zuletzt⁤ im März besucht hatte und ‍die selbst damals während des ‍totalen Blockade⁤ kämpfte. Es ⁢musste schließen – konnte aber vor‌ 10 Tagen wiedereröffnet werden:​ „Sie versorgen jetzt täglich 5.000 Menschen, bereiten warme ‌Mahlzeiten für Bedürftige in den benachbarten ⁣Gemeinden zu“, sagte sie.

Natürlich ist ⁢die Anzahl der täglich gekochten Mahlzeiten immer noch erheblich unzureichend, da die Menge an ⁤gelieferten Vorräten immer noch erheblich unzureichend ist, und ‍der⁣ einzige Weg,⁣ um Hungersnot zu⁤ stoppen, besteht darin,⁤ sicherzustellen, dass täglich ⁣mehr Vorräte eintreffen.“ Der WHO-Appell erfolgt⁤ zwei Tage nachdem ⁣mindestens ​20 ⁣Menschen bei einem Doppelangriff auf das Nasser-Krankenhaus im südlichen Gaza ⁤getötet wurden, wobei vier Gesundheitspersonal und⁣ fünf Journalisten‌ unter‍ den ⁢Opfern ‍waren. Laut WHO sind heute im gesamten Gazastreifen mehr als eine halbe Million Menschen‍ von ‍Hungersnot betroffen, mit Zerstörungen in den Bereichen Lebensmittel- und Gesundheitsdienste sowie in den Wasser- und Sanitärsystemen.

Das von der UN-Generalversammlung beauftragte palästinensische Rechtekomitee gab am Mittwoch eine Erklärung ab, ‌in der daran erinnert wurde, dass die Hungersnot in den kommenden Tagen voraussichtlich zunehmen​ wird, wenn Israel nicht ‍mehr Lebensmittelhilfe zulässt. „Diese katastrophale von Menschen verursachte ​Katastrophe folgt auf zwei Jahre nahezu vollständiger israelischer Zerstörung und Blockade⁤ des Gazastreifens sowie auf unerbittliche militärische Angriffe, die die zivile⁣ Infrastruktur, einschließlich der Nahrungsmittelproduktionskapazitäten und aller anderen Lebensgrundlagen, dezimiert haben“, sagte das Komitee. „Dies ist ein schwerwiegender⁣ Verstoß gegen internationales Recht. Staaten müssen ohne Verzögerung ‍handeln,​ um ihren rechtlichen ⁢Verpflichtungen nachzukommen und ‍diesem katastrophalen und illegalen Zustand ⁣schnell⁤ ein Ende zu ⁤setzen.“