Bertrand Badie, ein emeritierter Professor an der Sciences Po Paris, erforscht die Soziologie der internationalen Beziehungen. Der Autor zahlreicher Werke veröffentlichte 2014 insbesondere „Demütigung in den internationalen Beziehungen: Eine Pathologie der zeitgenössischen internationalen Systeme“. Sein jüngstes Buch, das 2024 veröffentlicht wurde, trägt den Titel „Die Kunst des Friedens“.
Wie betrachten Sie die US-Bombardierungen iranischer Atominstallationen in der Nacht vom Samstag, 21. Juni? Ist dies die ultimative Bestätigung einer Rückkehr zur Anwendung von Gewalt in den internationalen Beziehungen?
Gewalt ist nie aus den internationalen Beziehungen verschwunden. Man kann jedoch die Wirksamkeit von Gewalt in Frage stellen, also ob diese Angriffe eine dauerhafte und ausgewogene regionale Ordnung schaffen können. Nach diesem Einsatz militärischer Macht gegen den Iran scheint es weder ein politisches Projekt noch Aussichten auf den Aufbau eines Nahen Ostens zu geben, der nicht nur ein Ausdruck von allgemeinem Chaos ist. Das ist das eigentliche Problem!