Verzichtet die EUA auf die Spitzenposition bei Halbleitern? – 29/08/2025 – Igor Patrick
Die Regierung von Donald Trump hat am Freitag beschlossen, die Genehmigungen zu widerrufen, die es zwei koreanischen Riesen der Halbleiterbranche ermöglichten, in China mit amerikanischer Ausrüstung tätig zu sein. Diese Maßnahme zwingt Samsung und SK Hynix, Lizenzen für jede technologische Aktualisierung zu beantragen und beeinträchtigt in der Praxis die Wettbewerbsfähigkeit von Linien, die einen erheblichen Teil der weltweiten Speicherproduktion ausmachen.
Diese Entscheidung setzt eine Politik fort, die in der Ära von Joe Biden begann und bereits Exportkontrollen für Chips für künstliche Intelligenz und Supercomputing mit einer breiteren Logik verhängt hatte.
Jetzt wird die technologische Entkopplung als offizielle Politik zementiert und der Sektor wird zu einem Motor der Industrialisierung in einem Land, dessen Konsum sich verlangsamt. Mit der unbeständigen Handelspolitik des Weißen Hauses könnte es der schnellste Weg zu den beeindruckenden Zahlen sein, die Trump gerne bei seinen Pressekonferenzen präsentiert, indem man das Wachstum in kritischen Technologien wie Chips und künstlicher Intelligenz beschleunigt.
Diese Wende betrifft jedoch nicht nur China. Sie wirft einen wichtigen Verbündeten im Indo-Pazifik ins Feuer: Südkorea. Samsung und SK Hynix, Symbole für die globale Integration Seouls, sind zu Kollateralschäden einer Strategie geworden, die nicht nur darauf abzielt, Peking einzudämmen, sondern auch amerikanische Unternehmen wie Nvidia (die eine Exportlizenz erhielt, indem sie Gewinne an das Finanzministerium abführte) und Intel, von denen nun 10% der Aktien an die Regierung übertragen wurden, zu begünstigen.
Das Ergebnis ist ein Dilemma für Verbündete, die sowohl vom chinesischen Markt als auch vom militärischen Schutz der Amerikaner abhängig sind.
Peking wird auch betroffen sein, aber bei weitem nicht so stark wie zuvor. Seit 2022, als Biden die ersten Sanktionen gegen die chinesische Mikrochip-Industrie ankündigte, hat die Regierung Einschränkungen in Treibstoff umgewandelt, um die Selbstversorgung zu beschleunigen.
Es gibt bereits Pläne, die nationale Produktion von Chips für künstliche Intelligenz bis 2026 zu verdreifachen, wobei Huawei an der Spitze neuer Fabriken steht. Gleichzeitig hat China die Kontrolle über kritische Mineralien wie Gallium und Germanium verstärkt, wodurch der Kampf um die gesamte Wertschöpfungskette erweitert wurde – was wiederum die Drohung von Zöllen aufwirft, falls die USA nicht die Magnete erhalten, deren Produktion und Bergbau die Chinesen beherrschen.
Trotz der Propaganda ist China in diesem Bereich immer noch weit hinter den USA zurück, aber nicht immer gewinnt derjenige, der zuerst startet, das Rennen. Allmählich zeichnet sich ein System ab, in dem Washington sein Ökosystem mit Zöllen, Lizenzen und Subventionen stützt, während Peking versucht, sich vor externen Schwachstellen zu schützen und eigene Standards zu setzen. Das Ergebnis ist zwangsläufig ein Verlust an Effizienz, doppelten Anstrengungen und höheren Kosten für Unternehmen und Verbraucher.
Der Streit um Halbleiter ist längst kein einfacher Handelskonflikt mehr. Es ist jetzt ein Wettlauf um technologisches Überleben, der von einer destruktiven Spirale vorangetrieben wird, die eine kurzfristige Entspannung unwahrscheinlich macht.
Die große Ironie ist, dass Politiken, die darauf abzielen, die amerikanische Führung zu bewahren, letztendlich die Fragmentierung des globalen Systems beschleunigen können. Der Chipkrieg könnte den USA zeigen, dass sie, indem sie versuchen, einen Rivalen zu kontrollieren, letztendlich ihre eigene Fähigkeit zur Gestaltung der Zukunft aufgeben.
Team
Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen.
Obwohl wir in vielen Fragen unterschiedliche Perspektiven einnehmen, teilen wir die Überzeugung, dass ein umfassendes Verständnis globaler Ereignisse nur durch die Betrachtung vielfältiger Standpunkte möglich ist.

