Die Vereinigten Staaten haben am Montag erstmals einen Miniatur-Nuklearreaktor mit einem C-17 Globemaster III-Flugzeug transportiert und markierten damit einen neuen Schritt in Richtung schnell einsetzbarer nuklearer Energiesysteme. Offizielle beschrieben dies als „Den ersten Lufttransport eines Nuklearreaktors und zugehöriger Systeme über C-17, der eine breite Öffnung für strategische nukleare Einsätze weltweit darstellt“. Am Sonntag transportierten drei C-17A Globemaster III-Flugzeuge der 62. und 437. Lufttransportflügel der US-Luftwaffe acht nukleare Module. Die Mission war Teil einer gemeinsamen Initiative des Verteidigungs- und Energieministeriums namens Operation Windlord.
Die Flugzeuge transportierten die nicht befeuerten Komponenten des Valar Atomics Ward 250-Reaktors vom March Air Reserve Base in Kalifornien zur Hill Air Force Base in Utah. Die Module werden später zum Utah San Rafael Energy Lab in Orangeville gebracht, um im Rahmen des Nuklearreaktor-Pilotprogramms des Energieministeriums getestet zu werden. Das Programm wurde nach der Exekutivanordnung 14301 von Präsident Donald Trump ins Leben gerufen.
Der Ward 250 ist ein 5-Megawatt-Reaktor, der in ein C-17-Flugzeug passt. Unternehmensvertreter gaben an, dass Tests mit 250 Kilowatt beginnen werden und das System letztendlich 5 Megawatt produzieren kann. Der Reaktor könnte theoretisch etwa 5.000 Haushalte mit Strom versorgen. Der Reaktor verwendet TRISO-Brennstoff, der aus Uran-Kernen in keramischen Schichten und Heliumkühlmittel anstelle von Wasser besteht. Für den militärischen Einsatz könnten solche Systeme die Energieversorgung auf Stützpunkten sicherstellen und die Abhängigkeit vom zivilen Stromnetz verringern.
Der Lufttransport erfolgt, während Präsident Donald Trump darauf drängt, die Kernenergie auszubauen und die Energieversorgung militärischer Stützpunkte zu stärken. Am 23. Mai 2025 unterzeichnete er vier Exekutivanordnungen zur Förderung der nuklearen Energiehaltung Amerikas, darunter Maßnahmen zur „Belebung der nuklearen Industriebasis“ und „Einsatz fortgeschrittener nuklearer Reaktortechnologien für die nationale Sicherheit“.
Auf der March Air Reserve Base verknüpften Beamte die Initiative mit der nationalen Sicherheit. „Energie ist nicht nur ein wirtschaftliches Thema, obwohl es das ist, es ist auch ein Thema der nationalen Sicherheit“, sagte der Gouverneur von Utah, Spencer Cox. Er fügte hinzu: „Amerika kann keine Freiheit projizieren, wenn es zu Hause und im Feld nicht über eine zuverlässige einsetzbare Energieversorgung verfügt“. Michael P. Duffey, der Unterstaatssekretär für Kriegsführung und Beschaffung, betonte die Koordination zwischen den Ministerien. „Es ist für mich klar, dass die Förderung von Präsident Trumps Priorität für Kernenergie von einer engen Abstimmung zwischen dem Energieministerium und dem Kriegsministerium abhängt“, sagte Duffey. „Diese Partnerschaft gewährleistet, dass fortgeschrittene nukleare Technologien entwickelt, bewertet und eingesetzt werden, um die Energiebeständigkeit und die nationale Sicherheit zu stärken“.
Er sprach auch über die militärischen Implikationen. „Die Energieversorgung für die Kriegsführung der nächsten Generation erfordert von uns, schneller zu handeln als unsere Gegner, ein System aufzubauen, das unsere Kämpfer nicht nur zum Kämpfen ausrüstet, sondern sie auch dazu befähigt, mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit zu gewinnen“, sagte Duffey. Energieminister Chris Wright nannte den Schritt Teil einer breiteren Wiederbelebung des Sektors. „Die amerikanische nukleare Renaissance besteht darin, den Ball wieder ins Rollen zu bringen, schnell, sorgfältig, aber mit privatem Kapital, amerikanischer Innovation und Entschlossenheit“, sagte Wright. Er fügte hinzu, dass bis zum 4. Juli 10 kleine Reaktoren entscheidend sein werden und bezeichnete dies als „den Beginn einer nuklearen Renaissance“.
Der Boeing C-17 Globemaster III ist eines der Hauptflugzeuge für strategischen Lufttransport der US-Luftwaffe. Es kann mehr als 70 Tonnen Fracht transportieren, einschließlich schwerer Militärausrüstung. Es kann von kurzen und einfachen Landebahnen aus operieren und ermöglicht ein schnelles Be- und Entladen durch die hintere Rampe. Die Operation wird als Schritt hin zu modularen nuklearen Systemen gesehen, die schnell transportiert werden können. Sie signalisiert, dass kompakte Reaktormodule über Staatsgrenzen und potenziell über Kontinente hinweg bewegt werden können, was den USA eine größere Flexibilität bei der Bereitstellung nuklearer Energieinfrastruktur gibt.