Der ⁤deutsche Diplomat legte eine Hand auf seine Brust,​ als ob er von der Geschichte selbst‌ getroffen worden wäre. Auf der Bühne der Münchner Sicherheitskonferenz am 16. Februar 2025, vor einem ⁣Publikum aus ‍Ministern, Militäroffizieren und geopolitischen Experten, brach⁤ Christoph Heusgen zusammen. Tränen stiegen in seine⁢ Augen, als der ehemalige diplomatische ⁣Berater von Bundeskanzlerin ‌Angela ⁣Merkel und ehemalige Botschafter bei den Vereinten⁤ Nationen Abschied ​nahm.

Diese Konferenz, manchmal mit dem Cannes Film Festival für die westliche diplomatische und militärische Elite verglichen, stand seit 2022 unter ​seiner Leitung.‍ Doch im Bayerischen Hof, dem Art-Deco-Palast, der die ⁣Veranstaltung beherbergt, verstand das Publikum, dass der Konferenzleiter ⁢auch‌ von ‌einer Welt‍ Abschied nahm, in der Europa und ⁢die Vereinigten‌ Staaten gemeinsam‍ behaupteten, Frieden und Demokratie zu wahren. „Das wird schwierig“, sagte Heusgen, seine Stimme zitternd,⁢ in der Befürchtung, dass⁢ Europa möglicherweise nicht mehr „eine gemeinsame Wertebasis“ mit seinem amerikanischen Verbündeten teilen könnte.

Zwei Tage zuvor hatte der ​US-Vizepräsident JD Vance in ⁢weniger als 20 Minuten Europa schockiert und eine⁢ Kluft ⁢in den transatlantischen Beziehungen verursacht. Die Bedrohung, die mich am meisten in Bezug auf ‍Europa beunruhigt, ist nicht Russland, nicht China, nicht irgendein⁢ anderer externer Akteur. Und worüber ⁢ich besorgt bin, ist die Bedrohung ​von innen, der Rückzug Europas von einigen seiner grundlegendsten Werte⁣ – Werte, die mit den Vereinigten Staaten von Amerika ​geteilt werden“, erklärte Vance in einer Rede, die von Fantasien⁣ und Unwahrheiten über Verletzungen der Meinungsfreiheit ​in Europa geprägt war.

Das Publikum erstarrte. Ihre​ Körpersprache, mehr als ihre Worte, zeigte⁢ den Schock, der den Raum zu lähmen schien. Der Boden schien unter den ⁤Füßen dieser Experten nachzugeben, die es gewohnt‍ waren, ⁣die Zurückhaltung zu zeigen, die normalerweise bei großen Gipfeltreffen gezeigt wird. „Inakzeptabel!“ stieß Boris Pistorius, der deutsche Verteidigungsminister, aus den vorderen Reihen hervor.