Die ​Europäische‍ Union hat vorübergehend die Regeln für staatliche⁢ Beihilfen gelockert, um den Ländern mehr ⁤Möglichkeiten zu geben, Unternehmen zu​ subventionieren, die am stärksten ‌von steigenden ⁢Energie- ‌und ⁣Rohstoffpreisen im Zusammenhang mit dem Konflikt im Iran betroffen sind. Dies ‌berichtete Bloomberg unter Berufung auf UNN.

Die Europäische Kommission erklärte‌ am ⁢Mittwoch, dass diese Maßnahme darauf ⁣abzielt, sicherzustellen, dass „das Wachstum der anfälligsten Unternehmen durch die aktuelle Krise nicht unwiderruflich gestört wird“ und bis zum Ende des Jahres in Kraft bleiben ⁣wird.

„Die jüngsten Anstiege der Energiepreise erfordern eine sofortige Reaktion“, heißt ⁢es in einer Erklärung​ der EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera.

Die​ Lockerung der Regeln für staatliche Beihilfen ist in der EU während Krisen eine ⁣gängige Praxis. Ähnliche Änderungen wurden ‍zuvor während der ​COVID-19-Pandemie und zu Beginn des Krieges in der Ukraine eingeführt.

Eine​ Besonderheit ​der‍ neuesten Änderungen ist die Erlaubnis für Regierungen, mehr finanzielle Unterstützung auf der Grundlage des tatsächlichen Verbrauchs zu gewähren, um „einen Teil des Anstiegs der Kraftstoff- oder Düngerpreise abzudecken“, berichtete die EU-Exekutive.

Die Änderungen werden es den Regierungen ⁢ermöglichen, ⁣mehr Gelder in die Landwirtschaft, Fischerei und⁤ den Transport sowie in ⁣energieintensive Branchen zu lenken, fügte ⁤die Europäische Kommission hinzu.

Die EU steht unter Druck, die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Industrie zu erhalten, während sie ‌gleichzeitig versucht, ​den Inflationsdruck und⁢ die steigenden Ölpreise aufgrund der Spannungen im Nahen Osten und der Unsicherheit bezüglich ‌der Straße⁣ von Hormuz auszugleichen. Keine Region der Welt ‌produziert mehr Öl und ⁤Gas als die Länder​ des Persischen Golfs,⁤ und die meisten dieser ‍Exporte werden mit Tankern durch die Straße von Hormuz transportiert.

Einige Beamte, darunter Teresa Ribera,​ warnen jedoch davor, dass übermäßige nationale Unterstützung für ⁢Unternehmen kleinere und⁤ ärmere Länder mit geringeren finanziellen Ressourcen benachteiligen könnte.⁣ Historisch gesehen entfiel ein erheblicher Anteil der⁤ von Deutschland und ⁢Frankreich eingereichten staatlichen Beihilfeprojekte auf die Prüfung durch das EU-Exekutivorgan.

Hohe Energiepreise standen bereits ‌vor der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten, der ⁢die globalen Energieversorgung beeinträchtigte, ⁣ganz oben ⁣auf der politischen Agenda ⁤des Blocks. Seit ⁤Beginn des Konflikts ‍hat sich der EU-Ausgaben für Importe fossiler ​Brennstoffe um mehr als 22 Milliarden Euro (25,7 Milliarden US-Dollar) erhöht, erklärte kürzlich die Präsidentin der⁣ Europäischen Kommission, Ursula von​ der Leyen.