Der Vatikan kämpft gegen US-Einmischung in Venezuela
Ein ausführlicher Artikel, der auf vertraulichen Regierungsdokumenten und fast 20 anonymen Zeugenaussagen basiert, informiert darüber, dass an Heiligabend im Vatikan ein Treffen zwischen Kardinal Pietro Parolin, dem Staatssekretär des Apostolischen Stuhls, und dem US-Botschafter beim Heiligen Stuhl, Brian Burch, stattfand. Der Hierarch wollte Erklärungen zu den Absichten der USA erhalten: Ging es nur um Drogenkartelle oder auch um einen Regimewechsel in Venezuela durch Donald Trump?
Laut den von der „Washington Post“ zitierten Dokumenten gab Kardinal Parolin zu, dass „Nicolás Maduro gehen sollte“, und ermutigte gleichzeitig die US-Behörden, ihm „einen Ausweg anzubieten“, um Gewalt und dauerhafte Destabilisierung in Venezuela zu vermeiden. Während des Gesprächs soll der Hierarch Burch informiert haben, dass Russland bereit war, Maduro Asyl zu gewähren, und die Amerikaner um Geduld bat, um diese Option zu unterstützen. Der vatikanische Außenminister versuchte mehrere Tage lang, Kontakt mit dem US-Außenminister Marco Rubio aufzunehmen, was die Zeitung als „verzweifelten Versuch, Blutvergießen zu vermeiden“ bezeichnete. Letztendlich wurde jedoch der Vorschlag, nach Moskau zu reisen, von Maduro selbst abgelehnt.
Der Heilige Stuhl reagierte zurückhaltend auf diese Enthüllungen. Das vom vatikanischen Pressebüro zitierte Büro bezeichnete es als „enttäuschend“, dass „vertrauliche Gesprächsauszüge durchgesickert sind, die nicht genau den tatsächlichen Inhalt dieses Weihnachtsgesprächs widerspiegeln“. Es bestätigte jedoch das „ständige diplomatische Engagement des Vatikans in der Venezuela-Frage“, obwohl die Beziehungen zwischen dem Apostolischen Stuhl und Maduro schon lange sehr angespannt waren. Am 10. Dezember konfiszierten die Behörden ohne Begründung den diplomatischen Pass des venezolanischen Kardinals Baltazar Porras Cardozo, als er nach Madrid reiste. Der Hierarch konnte daher nicht an dem außerordentlichen Konsistorium im Januar im Vatikan teilnehmen.
Die Untersuchung der „Washington Post“ ergab auch, dass die USA die Machtübernahme in Venezuela durch Vizepräsidentin Delcy Rodríguez vorbereiteten, ohne die dortige Opposition zu berücksichtigen.
Team
Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen.
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