Neue Handelsstörungen durch US-Zölle: Blick von außen
Wenn es einen roten Faden gibt, der Donald Trumps verrückte Kaiserherrschaft zusammenhält, dann ist es die hektische Erfindung neuer, immer dramatischerer Ablenkungen: Keine Woche darf ohne neue Melodramen vergehen, die die chaotischen Melodramen der vergangenen Wochen auslöschen. Auch darf keine Woche ohne die Aussaat für die Melodramen der nächsten Woche vergehen.
Diese Woche ist es der Iran und die computer-spielartige Unwirklichkeit eines verbrannten US-israelischen Bombardements, das Erschütterungen in den Wirtschaften des Persischen Golfs ausgelöst hat. Nachdem Trump Milliarden von Dollar an Munition über dem Iran abgeworfen hat, hat er die Ölraffinerieanlagen auf Kharg Island „völlig zerstört“ – aber „vielleicht noch ein paar Mal aus Spaß treffen“.
Aber die Invasion hat ihren Zweck erfüllt. Die Ablenkung hat die Weltmedien von dem tragischen Konflikt in der Ukraine und den ernsten Krisen in Gaza abgelenkt. Selbst Venezuela, Grönland und das unwahrscheinliche Board of Peace sind scheinbar aus dem Blickfeld verschwunden. Die Jeffrey Epstein-Dateien? Schießereien der Einwanderungs- und Zollbehörde? Alles langweilige alte Nachrichten.
Die frischen Samen für die Ablenkungen der nächsten Woche werden auf einem weiteren von Trumps Lieblingszeitvertreiben gesät – nicht auf einen Angriff auf Kuba, der vielleicht später ansteht – sondern auf Handel und Zölle. Es sind Samen, die während des nächsten Ministertreffens der Welthandelsorganisation von großer Bedeutung sein werden, zusammen mit dem Beginn der Verhandlungen der USA mit Mexiko und Kanada über die Erneuerung ihres trilateralen Handelsabkommens.
Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA Trumps „Tag der Befreiung“ -Zölle für illegal erklärt hat, was zu einem wunderbaren Rechtsstreit darüber geführt hat, wie Milliarden von Dollar an Zöllen erstattet werden sollen, hat der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer eine Vielzahl von Untersuchungen gemäß Abschnitt 301 vorgestellt, die dazu dienen sollen, eine ganz neue Generation von Zolleinnahmen für die Bundeskasse zu generieren.
Neue Zollkriege mögen nicht ganz das Drama von Bomben, die im Libanon fallen, oder Tomahawk-Raketen, die eine Mädchenschule zerstören, bieten. Für Millionen von Unternehmen, die am internationalen Handel beteiligt sind, werden die Untersuchungen jedoch wütende Leidenschaften und neue Handelsunsicherheiten hervorrufen.
Team
Rike – Diplom-Volkswirtin mit einem ausgeprägten Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Christian – Diplom-Finanzwirt (FH) mit fundierter Erfahrung im öffentlichen Sektor und einem Fokus auf finanzpolitische Analysen.
Obwohl wir in vielen Fragen unterschiedliche Perspektiven einnehmen, teilen wir die Überzeugung, dass ein umfassendes Verständnis globaler Ereignisse nur durch die Betrachtung vielfältiger Standpunkte möglich ist.

