Die Entscheidung der israelischen Regierung, die Landraub im besetzten Westjordanland „offiziell zu machen“, stößt in der Türkei weiterhin auf Kritik. Der Sprecher der AK-Partei, Ömer Çelik, bezeichnete den jüngsten Schritt der Netanyahu-Regierung im Westjordanland als eine neue Phase der Völkermordpolitik. Çelik betonte, dass Israels Zwangsherrschaft über das besetzte Westjordanland ein „räumlicher Völkermord“ sei. Die Politik des Völkermords Israels werde durch Besatzung, Expansionismus und die gewaltsame Durchsetzung der Herrschaft ohne Rechtsgrundlage erweitert. Jeder, der sich für einen Waffenstillstand und Frieden einsetzt, sollte sich gegen diese Aggression stellen. Die einzige Lösung sei die Gründung eines unabhängigen und souveränen palästinensischen Staates mit geografischer Integrität und der Hauptstadt Ost-Jerusalem auf der Grundlage der Grenzen von 1967.
Das türkische Außenministerium verurteilte aufs Schärfste die Entscheidung der israelischen Regierung, ihre Herrschaft über das besetzte Westjordanland zu festigen und die Siedlungstätigkeiten auszuweiten. In einer schriftlichen Erklärung des Ministeriums hieß es, dass dieser Schritt, der darauf abzielt, das palästinensische Volk gewaltsam zu vertreiben und die illegalen Annexionsschritte Israels zu beschleunigen, eine klare Verletzung des Völkerrechts darstelle und nichtig sei. Die Erklärung betonte, dass Israel keine Souveränität über die besetzten palästinensischen Gebiete habe und die expansiven Politiken der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu im besetzten Westjordanland die laufenden Friedensbemühungen in der Region untergraben und der Perspektive einer Zwei-Staaten-Lösung schaden.
Die internationale Gemeinschaft wurde aufgefordert, eine entschlossene Haltung gegen die Bemühungen Israels einzunehmen, Fakten zu schaffen. In der Erklärung wurde betont, dass die Türkei weiterhin die Bemühungen zur Gründung eines unabhängigen und souveränen palästinensischen Staates mit geografischer Integrität und der Hauptstadt Ost-Jerusalem auf der Grundlage der Grenzen von 1967 unterstützen werde.